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Achtung Influenza: Impfen schützt!


[Pressemitteilung vom 14.11.2019]
Achtung Influenza: Impfen schützt!

Alle Jahre wieder sorgen Influenzaviren dafür, dass etwa zehn Prozent aller Steirer an grippeähnlichen Beschwerden leiden. In der Regel überrollt mindestens eine Grippewelle pro Winter das Land. 2018/2019 mussten in den KAGes-Häusern rund 800 dokumentierte Influenzapatienten stationär aufgenommen werden, ca. 80 davon auf Intensivstationen. Seit letztem Jahr garantiert ein neues, am LKH-Univ. Klinikum Graz entwickeltes Planungstool die optimale Ausnutzung der Bettenkapazitäten in den KAGes-Spitälern und hilft dabei, eine aufkommende Grippewelle rasch zu erkennen. Die Experten raten: Prävention ist das Gebot der Stunde. Lassen Sie sich impfen!

 




(v. li.): Dr. Holger Flick, Univ.-Prof. Dr. Robert Krause und Univ.-Prof. Dr. Werner Zenz (© LKH-Univ. Klinikum Graz/Simon Möstl)
[Bildvergrößerung] (v. li.): Dr. Holger Flick, Univ.-Prof. Dr. Robert Krause und Univ.-Prof. Dr. Werner Zenz (© LKH-Univ. Klinikum Graz/Simon Möstl)
Univ.-Prof. Dr. Robert Krause impft Dr. Holger Flick (© LKH-Univ. Klinikum Graz/Simon Möstl)
[Bildvergrößerung] Univ.-Prof. Dr. Robert Krause impft Dr. Holger Flick (© LKH-Univ. Klinikum Graz/Simon Möstl)

„Leider wird die Influenza nach wie vor unterschätzt. Dabei handelt es sich um eine schwere Erkrankung, die dazu führen kann, dass man auf der Intensivstation landet oder im schlimmsten Fall daran stirbt. Als Komplikationen können beispielsweise bakterielle Lungeninfektionen auftreten oder es kann durch die Viren zu einer völligen Zerstörung des Lungengewebes und dadurch bedingten Entzündungs-reaktionen kommen. Das österreichische Referenzzentrum für Influenza hat in der Saison 2018/2019 die durch die Erkrankung bedingten Todesfälle mit 1.400 berechnet", sagt Univ.-Prof. Dr. Robert Krause, Infektiologe an der Univ.-Klinik für Innere Medizin. „Wir sehen, wie Patienten leiden oder Menschen sterben, die leben könnten", sagt der Arzt, der sich daher klar für die Grippeimpfung ausspricht. „Mit dem aktuellen Vierfachimpfstoff sind wir sehr zufrieden. Er ist gut verträglich und hat in der letzten Saison die betroffenen Influenzastämme gut erfasst. Nur am Ende der Saison führte eine Veränderung der Viren zu einer etwas geringerer Wirksamkeit der Impfung", so Krause. Die Wirksamkeit an sich sehe man am Beispiel Australien. „Dort waren die influenzabedingten Todesfälle und Spitalsaufenthalte aufgrund der Impfung um 70 Prozent niedriger als bei jenen Personen, die nicht geimpft waren."



Neues Planungstool: optimale Auslastung und genaue Prognosen

In Österreich wurden vergangenes Jahr rund 3.100 bestätigte Influenzafälle diagnostiziert. 2018/2019 mussten in den KAGes-Häusern ca. 800 dokumentierte Influenzapatienten stationär aufgenommen werden, rund 80 davon auf Intensiv-stationen. Daher stellt die Erkrankung auch im stationären Bereich eine große Herausforderung dar. Zum einen erfordert sie im (intensiv-)medizinischen Bereich eine interdisziplinäre Betreuung auf höchstem Niveau, zum anderen gilt es, die Kapazitäten für Isolierstationen optimal auszunützen. Denn um Ansteckungen innerhalb eines Spitals zu vermeiden, müssen die Betroffenen separat von anderen Patienten behandelt werden. „Die KAGes-Häuser haben unterschiedlich viele Isolierbetten zur Verfügung", so Krause. „Durch das neue Planungstool wird mithilfe eines Ampelsystems täglich der Auslastungsstand des jeweiligen Spitals angezeigt. Dadurch kann jeder rechtzeitig handeln und gegebenenfalls einen Patienten in einem Partnerspital unterbringen", fährt er fort. Das Tool kam vergangenen Winter zum ersten Mal zum Einsatz. „Es hat toll funktioniert. Derzeit ist es österreichweit das einzige seiner Art für ein ganzes Bundesland", so Krause, der das System mit Kollegen der Notfallaufnahme und den KAGes-IT-Spezialisten entwickelt hat.

Ein weiterer großer Pluspunkt des Tools: Die Daten werden rasch erhoben und man sieht nahezu in Echtzeit, wann die nächste Grippewelle in der Steiermark anrollt. „Und zwar schneller als bisher, da beispielsweise bei der österreichweiten Statistik die Daten ja erst gesammelt und zentral ausgewertet werden müssen. Das Ergebnis steht dann meist erst ein bis zwei Wochen zeitverzögert zur Verfügung", sagt Krause. Bei einer Inkubationszeit von einem bis drei Tagen ist dies ein Faktor, der im Einzelfall sogar Leben retten kann - wie beispielsweise bei Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen. „Die Influenza ist für diese Patienten die gefährlichste virale Erkrankung überhaupt. Das Risiko eines Herzinfarkts steigt durch die Infektion um das bis zu Zehnfache, jenes für einen Schlaganfall um das bis zu Dreifache", erläutert Dr. Holger Flick von der Klinische Abteilung für Pulmonologie. Daher führt auch für ihn kein Weg an der Influenzaimpfung vorbei. „Sich nicht impfen zu lassen, ist hochgradig unvernünftig und grob fahrlässig", so der Arzt.   

 



Kinder sind die Schrittmacher einer Grippewelle

 

„Kinder sind der Schrittmacher einer Epidemie, denn sie erkranken zeitlich vor den Erwachsenen. Daher können wir ebenfalls frühzeitig eine neue Grippewelle erkennen", erklärt Univ.-Prof. Dr. Werner Zenz von der Klinischen Abteilung für Allgemeine Pädiatrie der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde. 2017/2018 wurden 166 Kinder mit einer Influenzainfektion stationär aufgenommen, elf davon mussten intensivmedizinisch versorgt werden und eines davon ist verstorben. Erhebungen aus ganz Österreich ergaben, dass im selben Zeitraum acht weitere Kinder influenzaassoziiert verstarben. „Vergangenes Jahr sind in Österreich fünf Kinder mit einer Influenzainfektion gestorben. Etwa die Hälfte dieser Kinder hatten keine Grunderkrankung", so Zenz. Auch er plädiert klar für die Impfung. „Sie ist ab dem 7. Lebensmonat möglich und sollte jedem Kind verabreicht werden. In den letzten beiden Jahren sind in Österreich mehr Kinder mit einer Influenzainfektion gestorben als an allen Erregern der eitrigen Meningitis zusammen. Leider liegt die Durchimpfungsrate aber nur bei drei bis fünf Prozent", erklärt der Kinderfacharzt. Das Problem sei oft die fehlende Unterscheidung zwischen der echten Influenza und dem grippalen Infekt. An letzterem könne man trotz Grippeimpfung erkranken, da er von einem anderen Virus hervorgerufen werde. „Passiert das, glauben die Leute, die Impfung hätte nicht gewirkt", erläutert Zenz. Einem Irrglauben, dem man nur durch richtige Aufklärung entgegenwirken könne, betonen er und seine Kollegen unisono und appellieren nochmals dafür, sich unbedingt impfen zu lassen. 

www.klinikum-graz.at



Influenza
Die Influenza - auch Grippe genannt - wird oft mit einem grippalen Infekt verwechselt. Dieser wird von einem anderen Virus hervorgerufen, zeigt anfänglich ähnliche Symptome, Krankheitsverlauf und mögliche Folgeerkrankungen sind aber weitaus harmloser. Die Inkubationszeit der Influenza beträgt zwischen einem und drei Tagen. Fieber, Husten, Muskel-, Glieder- und Kopfschmerzen stellen sich als Symptome ein. Außerdem kann es zu Atemwegsbeschwerden, Halsschmerzen, Durchfall oder Erbrechen kommen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn man bereits eine chronische Grunderkrankung hat, etwa eine Herz- oder Lungenerkrankung, eine Stoffwechselerkrankung wie z. B. Diabetes mellitus hat oder an einer neurologischen Erkrankung leidet.

 







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 Letzte Änderung: 14.11.2019

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