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Es gibt eine Impfung gegen Krebs und keiner geht hin!

Vor fünf Jahren wurde die HPV-Impfung fix in den österreichischen Impfplan aufgenommen und damit ein unerlässlicher Baustein für den Kampf gegen den Gebärmutterhalskrebs installiert. Denn Humane Papillomaviren (HPV) sind für 99 Prozent aller Tumore am Gebärmutterhals verantwortlich. Trotzdem liegt die Durchimpfungsrate hierzulande bei lediglich 30 Prozent. Dr. Juliane Bogner-Strauß, Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, und die Experten der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikum Graz wollen daher intensiv über die Vorteile der Impfung aufklären und stellen im Zuge dessen den Ride4Women vor.




„Eigentlich ist es unglaublich: Da gibt es eine Impfung gegen Krebs und keiner geht hin!“ kommentiert ao.Univ.-Prof. Dr. Karl Tamussino, Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologie der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikum Graz, die für ihn unverständliche Situation im puncto HPV-Impfung in Österreich. Denn nur 30 Prozent der Bevölkerung seien aufgrund dieser Impfung vor den Humanen Papillomaviren (HPV) geschützt, so der Experte. Fatal, denn diese Viren sind für 99 Prozent aller Tumore am Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Jährlich sterben gut 150 Frauen in Österreich an der Krebsart, etwa 6.500 müssen aufgrund einer Krebsvorstufe operiert werden. „Zudem sind auch einige wie Anal- und Penis- Karzinome bzw. Tumore im Hals- und Rachenbereich auf HPV-Infektionen zurückzuführen“, ergänzt Dr. Rene Laky, Oberarzt an der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Welche Leidensgeschichte mit einer Gebärmutterhalskrebserkrankung verbunden ist, weiß Julia Ferstl seit acht Jahren. 2012 erhielt die heute zweifache Mutter mit nur 22 Jahren die Diagnose: Es folgten Chemotherapien sowie Bestrahlungen und letztendlich musste ihr auch die Gebärmutter entfernt werden. „Die intensive Behandlung dauerte etwa ein halbes Jahr und verlief glücklicherweise positiv. Anfangs kam ich dann alle drei Monate zur Kontrolle, seit 2016 bin ich dafür halbjährlich an der Klinik. Heute geht es mir Gott sei Dank sehr gut“, erzählt die 30- jährige Hartbergerin, die ihre beiden Kinder noch vor der Diagnose bekommen hat. Als Mama ist es für sie ebenso unverständlich, dass Eltern ihre Kinder nicht HPV impfen lassen. „Es sind einfach viele grundsätzlich skeptisch, aber oftmals überdenken sie ihre Einstellung, nachdem sie sich mit mir unterhalten haben“, so Ferstl.



Impfung ohne Nebenwirkungen

Die Impfung selbst ist seit 2006 auf dem Markt und hat so gut wie keine Nebenwirkungen. „Es kommt maximal zu kurzfristigen Rötungen der Haut“, erklärt Dr. Laky. Umgekehrt hätten jedoch etwa zehn Prozent aller HPV-Infektionen bösartige Krebserkrankungen zur Folge. „Aktuell sind außerdem gut 15 Prozent aller Operationen, die wir an der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe durchführen, auf HPV zurückzuführen“, so der Gynäkologe.
Die Impfung selbst ist für Neun- bis Zwölfjährige kostenlos, bis zum 15. Lebensjahr gibt es eine Vergünstigung. „Es braucht frühzeitige Sensibilisierung und Aufklärung in jeder Hinsicht. Nur bei einer höheren Durchimpfungsrate besteht die Chance, dass wir den Gebärmutterhalskrebs tatsächlich besiegen können“, betont Dr. Juliane Bogner-Strauß, Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend. „Mir ist es wichtig, Bewusstsein zu schaffen – sowohl bei den Eltern als auch bei den Kindern und Jugendlichen. Initiativen wie Ride4Women leisten hier einen wertvollen Beitrag“, verweist sie auf die etwas andere Radtour, bei der seit 2014 Ärzte der Univ.-Frauenklinik für die gute Sache in die Pedale treten und jeden zum Mitfahren einladen. Unter dem Motto „Faster than cancer“ geht’s dieses Jahr von Athen bis Graz. „Am 17. Juni werden wir in Graz eintreffen und laden ab 10.30 Uhr zur großen HPV-Infoveranstaltung am Hauptplatz“, schließt Laky, dem der Ride besonders am Herzen liegt. Verständlich, hat er ihn doch vor fünf Jahren ins Leben gerufen.



Ride4Women 2019

Beim Ride4Women treten jedes Jahr Ärzte der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des LKH-Univ. Klinikum Graz unter dem Motto „Faster than Cancer“ für die gute Sache in die Pedale und laden jeden dazu ein, es ihnen gleich zu tun. Erklärtes Ziel ist, die Öffentlichkeit auf die Situation rund um den Gebärmutter-halskrebs aufmerksam zu machen und ein klares Zeichen für die HPV-Impfung zu setzen. So liegt der heurige Fokus der Radtour auf dem Thema “Gebärmutter-halskrebs – Vorsorge und Früherkennung”.
Die Strecke selbst führt 2019 von Athen bis nach Graz. Der Startschuss fällt am 2. Juni, am 17. Juni kommen die Radler dann in Graz an und laden anlässlich dessen zum Abschlussevent auf dem Grazer Hauptplatz.
www.ride4women.at, http://frauenklinik.uniklinikumgraz.at






Kontakt:

Mag. Simone Pfandl-Pichler
LKH-Univ. Klinikum Graz
Pressestelle
Auenbruggerplatz 1, 8036 Graz
simone.pichler@klinikum-graz.at
Tel. Nr.: + 43 (316) 385-87791







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 Letzte Änderung: 10.05.2019

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