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PM "Das Kniegefühl bleibt erhalten"
Teilknieprothesen sind die Alternative zu Komplettimplantaten. An der Grazer Univ.-Klinik für Orthopädie und Traumatologie setzt man die Teilimplantate erfolgreich ein. Die Vorteile: geringeres Infektions-, Thrombose- und Embolierisiko, weniger Belastung für den Körper bei der OP selbst und schnellere Rehabilitation danach. Bis zu 90 Prozent der Patienten können sogar ihren Lieblingssport wieder ausüben.

 

Ganz oder gar nicht: Jahrzehntelang war dies die einzige Wahl, die Patienten hatten, wenn die Frage nach einer Knieprothese im Raum stand. Will heißen, dass man entweder das komplette Gelenk ausgetauscht bekam oder weiterhin vor den Schmerzen in die Knie gehen musste. Denn Letztere blieben trotz intensiver Behandlung mit Kortison und Co. vielfach erhalten. Die gute Nachricht für die Betroffenen: In letzter Zeit ist die Teilprothese als hochwertige Alternative zum Komplettimplantat hinzugekommen. „Dabei wird nur der beschädigte Gelenksbereich ersetzt. Alle intakten Teile, besonders die Kreuzbänder, bleiben erhalten", erklärt Dr. Gerald Gruber, Leiter der Sektion Knorpel-, Sport- und Gelenkschirurgie der Univ.-Klinik für Orthopädie und Traumatologie.

Infektionsrisiko bis zu fünf Mal geringer
Im Hinblick auf die Vorteile zwingt die kleine Schwester des Komplettimplantates selbiges sogar in die Knie: Das Risiko von Infektionen, Thrombosen und Embolien ist bis zu fünf Mal geringer, die Belastung für den Körper bei der OP sowie die Wahrscheinlichkeit, dass dabei eine Bluttransfusion notwendig ist, sind niedriger. Zudem ist es viel einfacher, das Implantat im Bedarfsfall zu ersetzen. Der größte Pluspunkt ist jedoch, dass die Patienten weitaus schneller wieder mobil sind. Bis zu 90 Prozent der Betroffenen können ihre Sport- und Freizeitaktivitäten wieder ausüben. „Bei der Teilprothese bleibt das Kniegefühl erhalten. Bewegungsabläufe sind somit leichter spürbar und man ist rascher wieder auf den Beinen", sagt Gruber.  

Nach 15 Jahren wieder schmerzfrei
„Ich kann wirklich alles wieder machen und brauche kein einziges Schmerzmittel mehr", bestätigt Ingrid Streitmeier. Die Kärntnerin hat in beiden Knien Teilprothesen - im November 2016 wurde das linke, ein Jahr darauf das rechte damit bestückt. Heute ist der Heilungsprozess längst abgeschlossen, eine langwierige Reha ist ihr erspart geblieben. „Ich kann noch immer nicht glauben, dass sich das alles so gut entwickelt hat. 15 Jahre lang habe ich unter den Schmerzen gelitten, habe unzählige Spritzen bekommen, Medikamente geschluckt und mich nur noch in Schonhaltung bewegt", erzählt die Pensionistin. Von einer Operation sei ihr oft abgeraten worden. Die Belastung wäre zu groß, hieß es. Oder auch: Sie sei noch zu jung. „Ein Teilimplantat war lange Zeit kein Thema, denn dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt, wissen nicht alle Ärzte", sagt sie. Erst ein niedergelassener Chirurg zeigte ihr den Weg auf, der sie ans Klinikum Graz führte. „Dann ging alles reibungslos und Dr. Gruber hat mir die Teilprothesen implantiert. Mit einer einjährigen Pause zwischen den Eingriffen, damit alles gut verheilen kann", erklärt sie. „Ich kann mich heute sogar wieder hinhocken und nur jedem zu so einem Implantat raten. Der Eingriff ist wirklich nicht so schlimm, wie viele meinen. Ich bin wenige Wochen danach wieder Auto gefahren."

Jahrzehntelang voll funktionstüchtig
Während bei Ingrid Streitmeier eine Fehlstellung der Beine letztlich die Teilknieprothese notwendig machte, sei die Hauptursache für die Implantate meist die Volkskrankheit Arthrose, die man mithilfe einer Prothese in den Griff bekommen kann, klärt Gruber auf. Und zwar - wie aktuelle Studien bestätigten - über Jahrzehnte. Wissenschaftlich dokumentiert ist, dass 80 bis 93 Prozent der Teilprothesen auch nach zehn bis 20 Jahren voll funktionstüchtig sind. „Damit liegen sie nahezu gleichauf mit der Haltbarkeit von Totalimplantaten - freilich immer vorausgesetzt, dass die Teilprothesen auch ordnungsgemäß eingesetzt wurden", weiß der Spezialist. Sofern genügend Knochen- und Knorpelsubstanz vorhanden ist und auch die Bänder intakt sind, spricht nichts gegen ein Teilimplantat.




Patientin Ingrid Streitmeier und Doz. Dr. Gerald Gruber, Leiter der Sektion Knorpel-, Sport- und Gelenkschirurgie der Univ.-Klinik für Orthopädie und Traumatologie des Klinikum Graz (© Jürgen Fechter/LKH-Univ. Klinikum Graz)
[Bildvergrößerung] Patientin Ingrid Streitmeier und Doz. Dr. Gerald Gruber, Leiter der Sektion Knorpel-, Sport- und Gelenkschirurgie der Univ.-Klinik für Orthopädie und Traumatologie des Klinikum Graz (© Jürgen Fechter/LKH-Univ. Klinikum Graz)
© Jürgen Fechter/LKH-Univ. Klinikum Graz
[Bildvergrößerung] © Jürgen Fechter/LKH-Univ. Klinikum Graz



Zahlen, Daten, Fakten:

An der Univ.-Klinik für Orthopädie und Traumatologie des LKH-Univ. Klinikum Graz bekommen pro Jahr 60 bis 100 Patienten eine Teilknieprothese. Das sind etwa 20 bis 30 Prozent aller Patienten, die ein Knieimplantat brauchen. Tendenz steigend. Vor zehn Jahren lag der Wert noch etwa bei fünf Prozent. Die Patienten sind durchschnittlich 60 bis 70 Jahre alt und leiden meist unter einer schmerzhaften Arthrose. Auch Fehlstellungen wie O-Beine können das Knie über Jahre massiv beanspruchen und letztlich eine Knieprothese unumgänglich machen.
Die Univ.-Klinik für Orthopädie und Traumatologie zählt zu den drei großen Zentren in Österreich, in denen derlei Operationen in großer Zahl durchgeführt werden.







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 Letzte Änderung: 20.08.2018

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