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Pressemitteilung "Vorsicht - gefährliche Wühlmausfalle!"

Keine Pflanzerei: Immer häufiger verletzen sich Menschen beim Aufstellen so genannter Schussfallen, die Wühlmäusen den Garaus machen sollen. Wie die aktuellen Zahlen der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie des Klinikum Graz nun belegen, zogen sich in den vergangenen Jahren 27 Patienten schwere Verletzungen zu. So auch Gisela S., die vor einem Jahr aufgrund eines solchen Unfalls den rechten Ringfinger verlor.




"Es war schockierend. Ich hatte ein Loch in meiner Hand", erinnert sich Gisela S. an den Tag, als vor einem Jahr eine Schussfalle, mit der sie den ihr so lästigen Wühlmäusen zu Leibe rücken wollte, in der Hand explodiert ist. "Ich hab‘ den Notarzt gerufen und dabei die Hand hochgehalten, damit’s nicht gar so blutet", erzählt die Pensionistin, die mit dem Notarzthubschrauber ins LKH-Univ. Klinikum Graz gebracht wurde. Nach einer gut eineinhalbstündigen Operation stand letztlich fest: Der Ringfinger der rechten Hand ist nicht mehr zu retten.



27 Verletzte von 2007 bis 2017
© S. Möstl / LKH-Univ. Klinikum Graz
[Bildvergrößerung] © S. Möstl / LKH-Univ. Klinikum Graz
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Dass die Pensionistin absolut kein Einzelfall ist, zeigen die jetzt veröffentlichten Zahlen der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie: Demnach haben sich in den vergangenen Jahren 27 Personen bei der Handhabung der Wühlmausschussfallen massive Handverletzungen zugezogen. "Die Explosion ist stark genug, um Sehnen, Gefäße, Nerven und Knochen zu zerstören", erklärt OA Ass.-Prof. PD Dr. David Lumenta. "Bei Frau S. handelte es sich um eine schwere Weichteilverletzung mit Knochenbeteiligung, wobei Mittelhandknochen regelrecht herausgesprengt wurden. Ein Finger musste amputiert werden, mit dem verbleibenden Gewebe konnte aber letztlich der kleine Finger stabilisiert und erhalten werden", erklärt er.
Die betroffenen Patienten sind im Durchschnitt 60 Jahre alt, wobei sich etwa drei Mal mehr Männer als Frauen mit derlei Geräten verletzen. Bei gut einem Drittel der Betroffenen mussten weitere Operationen durchgeführt werden und über zwei Drittel trugen bleibende Schäden davon. Ihnen mussten Fingeranteile amputiert werden, sie leiden nach wie vor unter Sensibilitätsstörungen oder kämpfen generell mit Bewegungseinschränkungen.

Im Hinblick auf die Funktionsweise vergleicht Lumenta die Fallen mit Handgranaten und seine Kollegin Ass.-Arzt Dr. Petra Brinskelle konkretisiert: "Sie sind mit Platz- und Gaspatronen bestückt, die beim Auslösen derart viel Energie erzeugen, dass Nagetiere getötet werden können. Es gibt zwar Sicherheitsmechanismen wie einen Bügel, allerdings verrutscht dieser leicht und die Falle kann gerade bei unvorsichtiger Handhabung versehentlich ausgelöst werden."

Wie oft das generell vorkommt, können auch die Experten des Klinikum Graz nicht abschätzen. "Wir bekommen ja nur die wirklich schweren Fälle herein. Wenn sich jemand durch die Fallen beispielsweise leichte Verletzungen zuzieht, wissen wir das nicht", erklärt Lumenta und warnt daher einmal mehr vor dem Gebrauch der Wühlmausschussfallen. "Am liebsten wäre es uns natürlich, es würde sich niemand mehr damit verletzen und wir müssten keinen dieser Patienten behandeln", sagt der erfahrene Plastische Chirurg. Gisela S. pflichtet ihm aus tiefstem Herzen bei: "Hände weg vor diesen brandgefährlichen Fallen. Ich habe meine zehn Jahren lang verwendet und war wirklich immer vorsichtig – trotzdem ist mir das passiert."



Kontakt

Mag. Simone Pfandl-Pichler
LKH-Univ. Klinikum Graz
Pressestelle
Auenbruggerplatz 1, 8036 Graz
simone.pichler@klinikum-graz.at
Tel. Nr.: + 43 (316) 385-87791







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 Letzte Änderung: 21.03.2018

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