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Pressemitteilung "Neue Technologie lässt Schlafapnoepatienten durchatmen"

Österreichweit zum ersten Mal haben die Experten der Hals-Nasen-Ohren-Univ. Klinik des Klinikum Graz einer Schlafapnoepatientin die neue Generation eines Zungennervstimulators erfolgreich implantiert. Das Implantat ist das kleinste am Markt verfügbare und das erste wiederaufladbare seiner Art. Zudem ist es derart fein justierbar, dass die Stimulierung des Zungennervs noch individueller durchgeführt werden kann. Dies gewährleistet, dass der Rachenraum wieder so weit geöffnet wird, dass Luft zirkulieren kann und Atemaussetzer der Vergangenheit angehören.




© ImThera Medical
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© LKH-Univ. Klinikum Graz
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Vergangenen Montag (5. März 2018) war es nach einem rund einstündigen Eingriff geschafft: Isabelle S. hat als erste Schlafapnoepatientin in Österreich einen wiederaufladbaren Zungennervstimulator implantiert bekommen. Dieser soll gewährleisten, dass die für Schlafapnoe typischen Arousals Geschichte sind. „Der Begriff beschreibt die Aufweckreaktionen, die im Körper bei einer Sauerstoffunterversorgung automatisch aktiviert werden. Bei der Grazerin war dies bereits 70 Mal pro Stunde der Fall“, erklärt OA Dr. Bernd Höller, Leiter der Schlafambulanz der HNO-Univ. Klinik des Klinikum Graz. Das neue Implantat ist ein Neurostimulator, der an den Nervenstamm des Hypoglossus angebracht wird. „Dieser landläufig Zungennerv genannte Hirnnerv steuert die Muskulatur von Zunge und Mundboden. Sofern nun die Schlafapnoe anatomische Ursachen hat, sprich während des Schlafes irgendwo im Rachenraum eine Verengung entsteht, kann die Zunge derart stimuliert werden, dass die Muskulatur nach vorne gedrückt wird und die Luft somit wie der normal zirkulieren kann“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Dietmar Thurnher, Vorstand der HNO-Univ. Klinik, die Funktionsweise des Gerätes.



Klein, wiederaufladbar und individuell zu justieren
© LKH-Univ. Klinikum Graz / Marija Kanizaj
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Das Neue daran: Aufgrund der Positionierung am Hauptstamm des Nervs ist die Stimulation derart fein justierbar, dass es wirklich an die jeweiligen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden kann. Weiters ist das Implantat mühelos aufladbar. „Die Geräte davor wurden mit einer Batterie betrieben und diese konnte nur ausgetauscht werden, wenn man das Implantat wieder im Rahmen einer Operation herausgenommen hat“, so Thurnher.

Isabelle S. hatte im Schlaf mit einer Erschlaffung der Zungenmuskulatur zu kämpfen. Zudem reagierte sie allergisch auf den Kunststoff der Spezialmaske, die in der Nacht getragen wird und die klassische Therapie bei Schlafapnoe darstellt. Sie hilft der Atmung mittels dauerhaften Überdrucks auf die Sprünge. „Die Patientin hat außerdem sensationelle 45 Kilogramm abgenommen und damit aus eigener Kraft eine weitere Ursache für die Krankheit ausgeschaltet. Eine tolle Leistung“, sind sich die Experten einig. Summa summarum sei Isabelle S. daher die perfekte Patientin für den Eingriff gewesen. In gut sechs Wochen wird das Implantat aktiviert und die begleitende Rehabilitation gestartet. „So gewährleisten wir, dass das Gerät wirklich den Bedürfnissen der Patientin angepasst wird“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Thurnher.

Von Schlafapnoe spricht man, wenn die oben erwähnten Arousals öfter als fünf Mal pro Stunde auftreten. Sind es mehr als 15 pro Stunde, sollte eine Therapie eingeleitet werden. „Das große Problem ist, dass der Patient von den Arousals nichts merkt, sehr wohl aber mit deren Auswirkungen tagsüber zu kämpfen hat. Sie sind z. B. immer der Gefahr des Sekundenschlafs ausgesetzt“, erläutert OA Dr. Höller. Außerdem können die massiven Schlafstörungen u. a. zu Bluthochdruck führen bzw. das Herzinfarkt- sowie das Schlaganfallrisiko enorm steigern.“

Dass die Implantation des Zungennervstimulators ab sofort an der HNO-Univ. Klinik durchgeführt werden kann, ist auf die Finanzierung der Behandlung über den Modulantrag an die KAGes zurückzuführen. „Wir freuen uns sehr, dass es heuer noch möglich sein wird, fünf weiteren Patienten dieses Implantat einzusetzen. Kommendes Jahr kann die OP zehn Mal durchgeführt werden“, zeigt sich KAGes-Vorstandsvorsitzender Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Tscheliessnigg erfreut.
Für die Auswahl der Patienten sei wichtig, ergänzt OA Höller, dass vorab u. a. im Schlaflabor abgeklärt werde, ob er oder sie dafür infrage komme. „Denn das Implantat passt nur für jene, bei denen die Ursache für die Krankheit eine Erschlaffung der Zungenmuskulatur in der Nacht ist. Bei anderen Ursachen hilft das Gerät nicht.“
Generell werden Schlafapnoepatienten am LKH-Univ. Klinikum Graz sowohl von den Spezialisten der HNO-Univ. Klinik, als auch von den Experten der Klinischen Abteilung für Pulmonologie der Univ.-Klinik für Innere Medizin betreut.



Veranstaltungstipp:

​Bei der Veranstaltung „Schlafapnoe – Atemlos durch die Nacht“ aus der Reihe „Pflege und Medizin“ dreht sich am 26. Mai 2018 am LKH-Univ. Klinikum Graz ab 18 Uhr alles um die Krankheit und deren Therapiemöglichkeiten. Der Eintritt ist kostenlos.



Kontakt

Mag. Simone Pfandl-Pichler
LKH-Univ. Klinikum Graz
Pressestelle
Auenbruggerplatz 1, 8036 Graz
simone.pichler@klinikum-graz.at
Tel. Nr.: + 43 (316) 385-87791







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 Letzte Änderung: 07.03.2018

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