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100 Jahre LKH-Univ. Klinikum Graz



Nach 10-jähriger Planungs- und Bauzeit wurde am 12. Mai 1912 das Landeskrankenhaus Graz als damals größtes und modernstes Krankenhaus Europas in Betrieb genommen. Auch heute noch genießt das LKH-Univ. Klinikum Graz mit seinen medizinischen Spitzenleistungen und einem höchstmöglichen Qualitätsstandard einen ausgezeichneten Ruf. Als Universitätsklinikum ist das Landeskrankenhaus von Beginn an eng mit der Medizinischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität und seit 2002 mit der Medizinischen Universität Graz verbunden.



Die Geschichte des LKH-Univ. Klinikum Graz

Das bereits 1786 errichtete Allgemeine Krankenhaus in der Paulustorgasse wurde vor allem durch den Ausbau der Univ.-Kliniken viel zu klein und so wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts an die Errichtung einer neuen modernen Spitalsanlage gedacht. Im Jänner 1888 wurde vom Steirischen Landtag der Krankenhausneubau beschlossen.

Nach langem Suchen fand man dann um das Jahr 1890 einen geeigneten Platz auf den sogenannten "Gräflich Schönbornschen Gründen" in St. Leonhard und Stifting. Dieser Platz als Spitalsanlage war aber anfangs in der Öffentlichkeit und in der Presse oft wegen der damals angeblich zu weiten Entfernung von der Stadtmitte umstritten. Es standen drei Standorte zur Auswahl: der Rosenhain, ein Areal zwischen Graben- und Körösistraße und eben die Schönborngründe am Leechwald, diese waren mit einem Kaufpreis von 100.000 Gulden am günstigsten. Eine Bedingung für den Bauplatz war aber eine Verbesserung der Verkehrsanbindung zum Stadtzentrum und so fährt seit 1899 die Straßenbahn nach St. Leonhard




© KAGES Archiv
© KAGES Archiv
© KAGES Archiv
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Ing. Adolf Rosmann hatte in der ersten Planung 24 Pavillons und 13 Nebengebäude für den Neubau vorgesehen. In einer zweiten Planung waren nur mehr 15 Pavillons, 8 Nebengebäude und einem Leichenhaus für Gesamtbaukosten in der Höhe von 2.747.000 Gulden geplant. Die Genehmigung für diese abgespeckte Version wurde im September 1896 erteilt. Trotzdem gab es noch viel Streit um den Standort und auch die Finanzierung war noch keineswegs gesichert. Beide Fragen wurden erst 1902 gelöst, der eigentliche Baubeginn war aber erst 1904.


Ab 1911 wurde der Krankenhausbetrieb allmählich aufgenommen und am 20. Mai 1912 wurde das LKH-Univ. Klinikum Graz feierlich mit einem Festgottesdienst eröffnet.

Die Küche ging am 21. Mai in Betrieb und die einzelnen Kliniken und Abteilungen begannen aus der Stadt zum Auenbruggerplatz zu siedeln. Patienten, die gehen konnten, gingen in der Früh in Begleitung von sogenannten Wartepersonen und Ärzten zu Fuß in Gruppen von 40 bis 50 Personen zur jeweiligen neuen Klinik. Große Möbelwagen mit Sitzbänken transportierten die nicht gehfähigen Patienten. Schwerkranke wurden auf Lastkraftwagen auf Matrazen transportiert. Nach Inbetriebnahme des größten und modernsten Krankenhauses der Welt kamen Ärzte und Fachleute aus allen Erdteilen nach Graz, um dieses Jahrhundertbauwerk zu besichtigen.




© KAGES Archiv
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Mit den Säuglings- und Kinderbetten hatte das LKH-Univ. Klinikum Graz im Jahre 1913 1940 Betten. Mit den noch vorhandenen Betten in der Paulustorgasse waren es insgesamt knapp 2300 Betten. Das Personal zählte damals insgesamt 650 Personen, im Jahre 1933 waren es schon über 900 und heute sind mit den Mitarbeitern der Med Uni Graz über 7.200 Personen am Klinikum beschäftigt. 1913 wurden rund 24.000 Patienten stationär aufgenommen, im Jahre 2011 waren es knapp 84.000.

Namensgeber für den Standort „Auenbruggerplatz" war ein berühmter Grazer Arzt: Joseph Leopold von Auenbrugger. Als Sohn eines Wirtes 1722 in Graz geboren, studierte er in Graz und später in Wien Medizin. Auenbrugger gilt als Begründer der Perkussion (ärztliche Untersuchung durch Abklopfen des Brustkorbes), die nach seinem Tod 1809 in Vergessenheit geriet, seit mit Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch wieder unabdingbar zur ärztlichen Untersuchung gehört.



Das LKH-Univ. Klinikum heute:
© Mahlknecht/LKH-Univ. Klinikum Graz
© Mahlknecht/LKH-Univ. Klinikum Graz

 

Heute besteht das LKH-Univ. Klinikum Graz aus 62 Organisationseinheiten:


20 Universitätskliniken
38 Klinische Abteilungen
1 Department
1 Gemeinsame Einrichtung
2 Institute


50 Pflegstationen
10 Intensivstationen
1 Intensivüberwachung
1 Dialyse
8 Tagesklinische Bereiche
12 OP-Bereiche
16 Ambulanzbereiche
2 Anästhesiebereiche (zentral und dezentral)
1 Apharese


2012 und die Zukunft

Die neue Univ.-Klinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin ist bereits in Bau und wird voraussichtlich 2013 in Betrieb gehen. Im November 2011 erfolgte der Spatenstich für das Versorgungszentrum (Fertigstellung 2014).
Das Projekt LKH 2020 ermöglicht den Mitarbeitern in modernen Gebäuden und mit der Ausstattung nach neuestem Stand der Technik zu arbeiten. Die bestmögliche medizinische Versorgung der Patienten ist so weiterhin gesichert. Das Projekt LKH 2020 umfasst unter anderem die dringend notwendige Sanierung der Univ.-Klinik für Chirurgie und den Neubau der Univ.-Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Die Errichtungskosten inkl. Eigenleistung der KAGes betragen für das gesamte Projekt 477,26 Millionen Euro. Die Fertigstellung aller Bauvorhaben ist bis 2022 geplant.

 


Meilensteine 100 Jahre LKH-Univ. Klinikum Graz

 

Bettenstand:
1913: 1.640 Betten, 1959: 3.030 Betten (mehr als AKH Wien), 2012: 1.565
Mitarbeiter:
1913: 650, 1933: 900, 1982: 5.300, 2012: 6.700 (exkl. Bundesärzte)
Stationäre Patienten:
1913: 24.000, 1981: 73.000, 2012: 84.000
Kliniken und Klin. Abteilungen
1912: 11, 1982: 14 Univ.-Kliniken und 10 Klin. Abteilungen, 2012: 20 Univ.-Kliniken und 43 Klin. Abteilungen

 

3. Juli 1912: Die erste Geburt am LKH-Univ. Klinikum Graz
25. Juli 1912: Die erste Taufe in der Kirche des LKH-Univ. Klinikum Graz
1914: Zahlreiche Ärzte und Angestellte werden zum Kriegsdienst eingezogen. Die Chirurgische Klinik wird zum Reservelazarett. Kupferdach und Glocke der Kirche wird eingeschmolzen.
1916: Auftrag an die Barmherzigen Schwestern, eine Krankenpflegeschule zu gründen.
1920: Das Grazer Zentralröntgeninstitut erhält eine neue Röntgenanlage.
1921: Gründung der Großkrankenpflegeschule am LKH Graz, Paulustorgasse
1930: Übersiedelung der Großkrankenpflege zum Auenbruggerplatz
1938: Nach dem Anschluß Österreichs wird das Landeskrankenhaus in ein Gaukrankenhaus umgewandelt.
1943: Gründung der Caritasschwestern, somit war für die Ausübung der Krankenpflege kein Eintritt in den Orden notwendig. Die Patienten müssen in die Luftschutzräume und Keller verlegt werden.
1944: Das Landeskrankenhaus wird evakuiert, die Patienten werden nach Kainbach und ins „Haus der Barmherzigkeit" verlegt.
1945: Britische Offiziere richten im Landeskrankenhaus ein Zentrallazarett mit 800 Betten ein.
Zusammenschluß der Geistlichen, Rotkreuz- und Freien Schwestern zur „Fachschaft der Steirischen Schwestern"
1948: Das Klinikumgelände wird in Auenbruggerplatz umbenannt.
1954: Dem Chirurgen Fritz Heppner gelingt österreichweit die erste erfolgreiche Entfernung eines Tumors aus der Zirbelregion.
1955: Die diagnostische Radiologie bekommt einen eigenen Zubau, der das Herzstück der heutigen Klinik bildet.
1958: Grazer Neurochirurgen gelingt die erste Shuntoperation beim Hydrocephalus, eine Premiere im deutschen Sprachraum.
1962: Einweihung der österreichweit ersten Herzstation und erste Herzoperation mit Herz-Lungen-Maschine an der Univ.-Klinik für Chirurgie.
1969: Die Kinderklinik übersiedelt von der Mozartgasse in den Neubau am Klinikumgelände.
Die erste erfolgreiche Nierentransplantation in Graz.
1964 wurde weltweit das Ordensgewand der Barmherzigen Schwestern durch das Modehaus DIOR neu entworfen. Dieses Gewand ist heute noch im Einsatz.
1971: Karl Hanoncourt (II. Med) entwickelt für die Intensivtherapie das Gas-Check-AVL, das in Sekunden die Blutgaswerte von Sauerstoff, Kohlensäure und PH Wert aus einem Blutstropfen anzeigt.
1975: Grazer Neurochirurgen entwickeln eine Messsonde zur Überwachung des Schädelinnendrucks (Teleceptor).
1976: Auf der Grazer Neurochirurgie wird als Weltpremiere die Entfernung eines Hirntumors mit dem Laserstrahl vorgenommen.
1978: 1. Knochenmarkstransplantation in Österreich auf der Univ.-Klinik f. Kinder- und Jugendheilkunde.
1983: Erste Herztransplantation auf der Grazer Chirurgie.
1987: Das erste Magnetresonanzzentrum in Österreich wird am Klinikum eröffnet.
1993: Fertigstellung Neubau Kinderchirurgie
2000: Die EBA (Erstuntersuchung - Beobachtung - Aufnahme) geht in Betrieb.
2001: Die österreichweit erste laparoskopische Gallenblasenentfernung wird auf der Univ.-Klinik für Chirurgie durchgeführt.
2002. Nur mehr zwei Barmherzige Schwestern sind am Klinikum tätig.
2003: Eröffnung des neuen Eingangszentrums.
2004: Eröffnung des Tunnelbahnhofs und des neuen Logistiktunnels.
2005: Die letzten Geistlichen Schwestern gehen in Pension.
2007: Erster Herzklappenersatz ohne Operation in Österreich durch Kardiologen des Klinikum.
2010: Am 5. Mai Unterzeichnung der Finanzierungsverträge für das Projekt LKH 2020. Das Projekt LKH 2020 umfasst unter anderem die dringend notwendige Sanierung der Univ.-Klinik für Chirurgie, den Neubau der Univ.-Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und der Univ.-Klinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin. Die Errichtungskosten inkl. Eigenleistung der KAGes betragen für das gesamte Projekt 477,26 Millionen Euro. Die Fertigstellung aller Bauvorhaben ist bis 2022 geplant.
2011: Am 3. Februar wird der Zusammenarbeitsvertrag zwischen KAGes und Med Uni Graz unterzeichnet.



Das Klinikum in Zahlen
Das LKH- Univ. Klinikum Graz versorgt pro Jahr knapp 91.000 Patienten stationär und über 401.000 Patienten ambulant. In einem Jahr gibt es über 3.300 Geburten. Über 6.700 Mitarbeiter sorgen für medizinische und pflegerische Betreuung - aber auch das Rundherum ist für den reibungslosen Ablauf im Klinikum wichtig. Jeden Tag bewegen sich 16.000 Personen am Gelände - Mitarbeiter, Patienten, Besucher, Studenten und Lieferanten.


Allein das Gelände ist beeindruckend. 20 Kliniken zahlreiche Verwaltungsgebäude sind auf 60 Hektar verteilt, davon ist ca. die Hälfte verbaute Fläche. Ein eigenes Straßennetz erstreckt sich über knapp 10 km, begleitet von 14,0 km Gehsteigen. Beim Energie- und Wasserverbrauch ist das Klinikum vergleichbar mit der Stadt Hartberg.
Die 1912 erbauten Gebäude sind als Pavillons oberirdisch verbunden. Daher erstreckt sich ein unterirdisches Tunnelsystem auf drei Ebenen über insgesamt 10 km. Pro Tag werden rund 1.000 Patienten am Gelände transportiert. Der zwei Kilometer lange Medientunnel stellt die gesamte Energie- und Medienversorgung des Klinikum sicher. Gemeinsam mit dem 1,6 km langen Logistiktunnel, der die Waren- und Personentransporte abwickelt, überwinden beide Tunnel ein Gefälle zwischen 6 und 8 Prozent und sind das Herzstück der Logistik am Klinikum. Die unterirdische Beförderung erfolgt ausschließlich durch Elektrofahrzeuge. Bei 1.400 Transportfahrten pro Tag legt jeder Fahrer eine Strecke von 50 km zurück. Wäsche, Mahlzeiten für Patienten und medizintechnische Kleingeräte werden im Logistiktunnel transportiert - auf drei Ebenen und bis zu einer Tiefe von 14 m unter der Erde. Allein die Wäsche summiert sich auf 17 Tonnen pro Tag.


> 1910 wurde der erste Tunnel durchs Klinikum-Gelände gegraben
> 1.400 Transportfahrten pro Tag
> im Schnitt legt jeder Fahrer 50 km Strecke pro Tag zurück (E-Fahrzeuge)
> 2.800 Tonnen Müll pro Jahr werden durch Tunnel entsorgt
> Kliniken werden mit 17 Tonnen Wäsche pro Tag ver- und entsorgt
> eigene Warmwaschanlage für Container (Dauer 6 Minuten; vergleichbar mit
Autowaschanlage)

 


Eigene Gärtnerei/Waldwirtschaft
12 Mitarbeiter kümmern sich um knapp 60 Hektar Rasen, Blumenbeete, Sträucher und Bäume. Von April bis Oktober mähen drei Mitarbeiter „non-Stop" den Rasen. Auch der Blumenschmuck für Stationen und Veranstaltungen wird gestaltet und sämtliche Zimmerpflanzen betreut. Zu Weihnachten kommen noch 200 Christbäume, 180 Adventkränze und 100 Weihnachtsgestecke dazu, die aufgestellt und geschmückt werden.
Küche
Ca. 150 Mitarbeiter bereiten täglich 3.600 Mittagessen sowie Frühstück und Abendessen. Pro Jahr werden z.B. 347.000 Eier, 65.000 kg Brot, 76.000 kg Fleisch, 23.000 kg Fisch, 70.000 kg Kartoffeln und 178.000 l Milch verbraucht.

Eigene Poststelle
Montag bis Freitag werden 6.000 Poststücke pro Tag intern und extern verteilt/verschickt.

 

Weitere Zahlen (Auszug)

❖ 40.000 Beleuchtungskörper

❖ 26 Schrankenanlagen

❖ etwa 1.000 Patientenfernseher

❖ 120 Aufzüge

❖ 1.600 Leitern

❖ 500 Transport-, Therapie und Behandlungsliegen

❖ 250 Rollstühle

❖ 300 Leibstühle

❖ eigene Wasserversorgungsanlage bestehend aus 3 Quellen in Stattegg

❖ 325 Lüftungs- und Klimaanlagen

❖ 10 Heizkessel und 44 Heizungswärmetauscher mit einer Leistung von 83.300 KW

 



Das große Fest zum Doppeljubiläum am 12. Mai 2012

Vor rund 100 Jahren platzte das Landeskrankenhaus in der Paulustorgasse mit 1164 Betten längst aus allen Nähten. Die Eröffnung des neuen, groß angelegten Krankenhausgeländes stellte 1912 ein lang herbeigesehntes Großereignis dar. Auch 100 Jahre danach herrschte beim Jubiläumsfest großer Andrang. Rund 5.000 Besucher ließen sich die Gelegenheit, einen Blick in unbekannte Bereiche des LKH-Univ. Klinikum Graz zu werfen, nicht entgehen. Das Wetter spielte wunderbar mit und es wurde einen Tag lang ausgelassen gefeiert!

Weitere Details zum Fest entnehmen Sie bitte beiliegender Pressemitteilung.







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 Letzte Änderung: 11.05.2015

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