
Errichtet 1965, vorerst als Zytologisches Laboratorium des Landeskrankenhauses Graz, wurde dieses 1988 in ein Zytologisches Institut umgewandelt. Es ist die größte zytodiagnostischeUntersuchungsstelle in Österreich. Hauptaufgabe ist die Untersuchung gynäkologischen zytologischen Abstrichen. Dazu kommen extragenitale zytologische Untersuchungen aus allen Organbereichen. Angeschlossen ist ein kleines histologisches Labor.
Zytotechnisch ausgebildete medizinisch-technische Analytiker/Innen und Fachärzte für Pathologie und Zytodiagnostik stehen für den Arbeitsanfall zur Verfügung. Das Untersuchungsgut stammt aus dem südlichen Teil der Steiermark, Teilen Kärntens sowie dem südlichen Burgenland.
Arbeitsbereiche:
• Gynäkologische Zytologie
• Extragenitale Zytologie
• Histopathologie
• Postgraduate - Ausbildung
Das Zytologische Institut ist als Dienstleistungseinrichtung der KAGes nicht nur für die LKHs, sondern auch für Privatspitäler, Sanatorien, Ambulatorien und über 250 niedergelassene Ärzte tätig.
Zytologie ist ein integraler Bestandteil der Pathologie, hat aber ihre Berechtigung als eigenständige Methode, da sie im Vergleich zur Histologie in vielen Fällen billiger und rascher durchführbar ist und den Patienten weniger belastet. Die Diagnosestellung erfolgt durch die Beurteilung der mittels Abstrich bzw. spontaner Abschilferung (Sedimentation) sowie der mittels Feinnadelpunktion gewonnenen Zellen.
Technisch gesehen wird somit zwischen einer Exfoliativzytologie (z.B. gynäkologische Zytologie, Urinzytologie, Sputumzytologie und Ergusszytologie) sowie einer Aspirationszytologie (Feinnadelaspirate) von soliden Organen wie Schilddrüse, Speicheldrüse, Leber, Pankreas etc. unterschieden. Das so gewonnene Material wird im Labor verarbeitet und anschließend mikroskopisch untersucht.
Das Zytologische Institut des Landeskrankenhauses Graz ist mit ca. 180.000 gynäkologischen Abstrichpräparaten sowie ca. 7.000 extragenitalen zytologischen Untersuchungen im Jahr die größte öffentliche zytologische Untersuchungsanstalt in Österreich. Von einem Team, bestehend aus Pathologen und Biomedizinischen Analytikern (BMA), wird folgendes Material untersucht:
1. Zervixabstriche, die zum Zweck der Früherkennung von Tumorerkrankungen bzw. Diagnostik von entzündlichen Prozessen wie z.B. HPV (Human Papillomavirus), Trichomoniasis, Soor und bestimmte bakterielle Infektionen beurteilt werden. Der gynäkologische Abstrich nimmt eine Sonderstellung in der Zytodiagnostik ein, da die Zielsetzung hier primär nicht die Tumordiagnostik ist, sondern die Erkennung der Vorstadien. Da diese Läsionen gut therapierbar sind, wird der Pap-Abstrich (Pap-Test) den Frauen im Rahmen der Gesundenuntersuchung, des Mutter-Kindpasses bzw. der gynäkologischen Routineuntersuchung angeboten. Derzeit wird vom Gesundheitsministerium eine Ausdehnung dieses Testverfahrens auf ein organisiertes Screening für alle Frauen vom Gesetzgeber angedacht. Zielsetzung hierbei ist eine weitere Reduktion der Mortalität durch das Zervixcarcinom. Diese Maßnahme ist im Sinne der Volksfürsorge billiger und effizienter als alle anderen derzeit bekannten Testverfahren wie zum Beispiel der nur individuell anzuwendende HPV-Test, der in der Regel nur ein ergänzendes Verfahren zum Pap-Test darstellt.
2. Extragenitale zytologische Präparate aus allen Organbereichen, insbesondere Lunge (bronchoalveoläre Lavage, Bronchialsekret, Bürstenabstriche, FNA), Mamma (Mamillensekret, Mammapunktat), sowie Schilddrüsen-, Lymphknoten-, Ovarial- und Pankreaspunktate. Des weiteren werden Körperhöhlenergüsse und Urine aber auch Bürstenabstriche von Ösophagus und Gallengängen untersucht.
3. Zusätzlich wird von den Pathologen am Institut die histologische Befundung von Konisaten, Probeexzisaten aus der Zervix, der Haut aber auch von Geweben anderer Organe durchgeführt.
Neben der diagnostischen (Zyto)Pathologie fühlen wir uns auch der Lehre verpflichtet und führen daher am Institut täglich eine Fallbesprechung durch, die auch für externe Kollegen zugänglich ist. Positive oder nicht eindeutig zu beurteilende zytologische Befunde werden hierbei zum Zweck der Fortbildung und Qualitätssicherung von den Ärzten und BMAs gemeinsam diskutiert. Dies gilt auch für die retrospektive Korrelation von zytologischen und histologischen Befunden. Daher stellt das Zytologische Institut eine anerkannte Ausbildungsstätte für den Zusatzfacharzttitel für Zytodiagnostik dar.
Des weiteren ist das Zytologische Institut österreichweit als auch international im Rahmen der postgraduaten Ausbildung von Ärzten sowie auch von BMAs tätig.
Mehr als 200 Stunden Unterrichtstätigkeit in Form von Vorträgen und Workshops werden jährlich an der Fachhochschule in Wr. Neustadt bzw. auf Kongressen, Tagungen etc. abgehalten.